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Echinocereus dasyacanthus ENGELMANN subsp. dasyacanthus

Echinocereus dasyacanthus ENGELMANN subsp. dasyacanthus
WISLIZENUS. – Mem. Tour North. Mex.: 100 (1848)

Echinocereus dasyacanthus, n. sp. ovato-oblongus, s. subcylindricus, 17-18 costatus costis tuberculatis subinterruptis, areolis approximatis, ovato-lanceolatis, junioribus albo-villosis; aculeis albidis, junioribus apice rufidis radialibus sub-18 porrectis, summis brevioribus tenuioribus, lateralibus inferioribusque longioribus; centralibus 4-6 pluribus deflexis.
El Paso del Norte. The specimen before me, one of the largest, is 12 high, and 3.5 inches below, and 2 inches above in diameter; wool on the young areolae unusually long, deciduous ; upper spines 3 lines long, lower lateral ones slightly compressed 6 to 7 lines long, lowest 5 lines long; central spines nearly as long as the last, stouter than the others. From E. pectinatus and E. caespitosus,* which it resembles, it is distinguished by the longer, not appressed spines, the larger number and size of the central spines, &c.

Lesen Sie das komplette Werk hier online.

Echinocereus dasyacanthus subsp. crockettianus – eine neue Subspecies mit Fragezeichen

Eine seit langen Jahren bekannte Form von Echinocereus dasyacanthus im texanischen Crockett County wurde vor kurzer Zeit von Dieter Felix und Herbert Bauer als subsp. crockettianus beschrieben. Neben Unterschieden in der Anzahl der Rand- und Mitteldornen wurde bei der Beschreibung als taxonbestimmendes Merkmal auch die konstanten Blütenfarben von rosa, dunkelrosa bis hin zu magenta mit dunkleren Mittelstreifen angegeben. Am natürlichen Standort kann dies an vereinzelnen Stellen, zum Beispiel an kleinen Populationen in Straßennähe, durchaus beobachtet werden. Bezieht man in die Untersuchungen jedoch auch die privaten Liegenschaften der örtlichen Rancher ein, ist dieses Merkmal nicht mehr in dieser Deutlichkeit als Abgrenzung aufrecht zu erhalten. In unserer Veröffentlichung „Die fantastischen Blüten von Echinocereus dasyacanthus“ wurde bereits 2011 auf den Seiten 84 bis 97 ein kleiner Teil dieser Farbvarianz vorgestellt, aber in der Umkombination trotz Auflistung im Literaturverzeichnis nicht berücksichtigt. Nachfolgend eine kleine Auswahl von Farbkombinationen am natürlichen Standort.

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Big Bend National Park, Texas, Teil 2 – Echinocereus dasyacanthus

Echinocereus dasyacanthus wurde 1848 durch George Engelmann erstbeschrieben. Die Hauptverbreitungsgebiete erstrecken sich im Wesentlichen auf die US-Bundesstaaten Texas und New Mexico, sowie auf die mexikanischen Staaten Chihuahua und Coahuila. Prägend für das äußere Erscheinungsbild ist die dichte, raue und struppige Bedornung, die Echinocereus dasyacanthus auch seinem Namen verdankt. Zu den typischen gelbblühenden Formen gesellen sich in den USA und Mexiko auch bunt blühende Formen, deren Zugehörigkeit zu dasyacanthus häufig in Verbindung mit Naturhybriden kontrovers diskutiert wird. Echinocereus dasyacanthus zeigt mehrheitlich ein zylindrisches Wachstum im solitären Wuchs oder in kleinen Gruppen. Vereinzelt kommen auch Gruppen mit bis 20 Trieben vor, die jedoch häufig durch Scheitelverletzungen im Jugendstadium einer Pflanze entstehen. Die im Big Bend vorkommenden Habitate zeigen überwiegend eine relativ einheitlich helle Bedornung, die in den einzelnen Zonen der Wachstumsphase eine farbliche Ringbildung aufweist. Reine Vorkommen von rötlich bedornten Exemplaren wie im mexikanischen Bundesstaat Chihuahua konnten wir nicht beobachten. Die meist gelb bis orange blühenden Populationen erreichen Blütendurchmesser von bis zu 15 cm und sind schon von weitem in der teilweise kargen Landschaft des Big Bend zu erkennen.

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Im dritten Teil werden wir über Echinocereus russanthus berichten

Klimaverhältnisse an Standorten von Echinocereus dasyacanthus rund um Ft. Stockton in Texas

Welcher Kakteenfreund ist nicht daran interessiert mehr über die natürlichen Standorte seiner Lieblinge zu erfahren? Wohl keiner. Wir beschäftigen uns mittlerweile auch seit Jahren mit den klimatischen Verhältnissen und sammeln hierzu von verschiedenen Wetterdiensten Datenmaterial. So nutzen wir z.B. Radarbilder (Download alle 15 Minuten, rund um die Uhr), Informationen über Temperaturen und Niederschläge (Stündlich) und viele weitere nützliche Informationen als Basis für unsere Untersuchungen. Weit über 1 Million Grafiken haben sich in den letzten Jahren auf unserem Server angesammelt, ergänzt um mehrere Millionen Datensätzen direkt aus verschiedenen Wetterstationen vor Ort. In unseren Veröffentlichung haben wir regelmäßig darüber berichtet.

Am Beispiel von Ft. Stockton im texanischen Pecos County möchten wir heute mal ein paar Auswertungen exemplarisch vorstellen.

Minimale und Maximale Temperaturen

Viele rätseln über eine vermeintliche Winterhärte von verschiedenen Pflanzen. Über eine Auswertung der Temperaturverhältnisse vor Ort lassen sich zumindest erste Rückschlüsse darüber ziehen. Natürlich ist auch klar, dass die vorherrschenden Temperaturen in der heimischen Kultur durchaus unterschritten werden können, trotzdem ist eine dauerhafte und gesunde Haltung bei unseren Temperaturverhältnissen in Europa sicher nicht ratsam. Am Beispiel des Jahres 2012 wurden in Ft. Stockton eine maximale Temperatur von 41 Grad sowie eine Tiefsttemperatur von -7 Grad gemessen.

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Temperaturdifferenz

Ebenso von Interesse sind die täglichen Schwankungen zwischen minimal und maximal erreichter Temperatur. Gerade bei Minustemperaturen zeigt sich in Ft. Stockton klar, dass Dauerfröste relativ selten sind. Trotzdem sind Temperaturdifferenzen über einen Tag hinweg von bis zu 25 Grad möglich.

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Niederschläge

Ein immer wieder heißes Thema. Sollen wir unseren Pflanzen im Gewächshaus mit den gleichen Wassergaben wie an Ihren natürlichen Standorten versorgen? Aus unserer Sicht ein klares Nein. Zum einen wollen wir ja nicht die leider relativ harten klimatischen Bedingungen eins zu eins nachfahren, zum anderen freuen wir uns sicherlich mehr an gesunden aber noch natürlich aussehenden Pflanzen. In 2012 konnten beispielsweise lediglich 386 mm an Niederschlägen gemessen werden.

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Luftfeuchtigkeit

Minimale Werte weit unter 10% Luftfeuchtigkeit sind keine Seltenheit. Selbst Tagehöchstwerte bleiben oft unter 50%.

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Woher kommt das Wetter?

Bei einer Auswertung von knapp 150.000 Datensätzen von 1997 bis 2012 kann man für die Region um Ft. Stockton eindeutig eine Häufung der Winde aus südlicher Richtung feststellen. In knapp 50% der Fälle wurden südliche, südöstliche, süd-südöstliche, süd-südwestliche und südwestliche Windströmungen erfasst. Nicht messbare Winde waren nur in 4% der Fälle aufgetreten. Die Aufteilung auf die anderen Himmelsrichtungen verteilt sich relativ gleichmäßig.

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Ein sicherlich spannendes Thema, das zwar zeitaufwendig ist aber umso aufschlussreichere Ergebnisse bringt.