Archiv des Monats “Juni 2013

Echinocereus russanthus subsp. weedinii, USA, Texas, Mt. Livermore

Mit verlassen der Waldregionen in den Davis Mountains auf dem Weg zu dem Gipfel des Mt. Livermore beginnt ab einer Höhe von 2.400 m Höhe das Vorkommen von Echinocereus russanthus subsp. weedinii gleichzeitig mit einer recht offen bedornten Form von Echinocereus coccineus. Die Pflanzen sitzen in Felsnischen, in mit Flechten und Moos besetzten Felsritzen und teilweise in nahezu senkrechten Felswänden und sind in einer erstaunlichen Anzahl anzutreffen. Die Bedornung zeigt bei den meisten Pflanzen ein relativ einheitliches Bild und besticht durch ein dichtes helles Stachelkleid. Nur in wenigen Fällen konnten wir Pflanzen mit deutlich rötlichem Einschlag beobachten, was an Jungpflanzen oder zum Teil im Neutrieb durchaus üblich ist. Bedingt durch die hohen Humusanteile ist der gemessene pH Wert auch mit 4,5 deutlich im saueren Bereich angesiedelt.

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Echinocereus canus, USA, Texas, Solitario

Im Big Bend Ranch State Park befindet sich ein atemberaubender Standort von Echinocereus canus. Die überwiegend weiß bedornte Species canus wächst auf felsigem Gelände mit Vorkommen von Novaculit. Echinocereus canus bildet sowohl solitäre Einzelpflanzen als auch kleinere Gruppen aus. Die Triebe erreichen Durchmesser von etwa 7 cm bei einer Höhe von maximal 15 cm. Die Bedornung variiert von rein weißem Dornenkleid bis zu deutlich rötlichen Einschlägen vor allem im Neutrieb. Besonders interessant sind die Sämlinge, die im Jugendstadium eine Behaarung wie ein Oreocereus aufweisen und diese erst nach 2-3 Jahren verlieren. Als Begleitflora konnten wir Echinocereus coccineus und Echinocereus dasyacanthus, wie auch Echinocactus horizonthalonius, verschiedene Formen von Cylindropuntien und Vertreter der Gattungen Escobaria, Mammillaria, Opuntia und Foquieria beobachten. pH Messungen im Bereich der Wurzelballen zeigten sauere Werte um 5,0.

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Echinocereus adustus subsp. roemerianus, Mexico, Durango, Canatlan

Ein erst vor wenigen Jahren gefundener Standort hat sich ebenfalls in die Liste unserer Favoriten eingereiht. Das von dem Münchner Kakteenfreund Richard Chr. Römer entdeckte Habitat mit Vorkommen der nach ihm benannten Unterart Echinocereus adustus subsp. roemerianus und einer kleinwüchsigen Mammillaria saboe subsp. roczekii, liegt in der Nähe des Ortes Canatlán im Bundesstaat Durango. Abseits der Hauptstraßen in einer atemberaubend schönen Umgebung lassen sich beide Pflanzen zu Massen finden. Zu unserer Freude konnten wir bei einem der Besuche sogar beide gleichzeitig in Blüte antreffen, wenngleich die Mammillaria hinsichtlich des Blühzeitpunktes wesentlich mehr schwankt. Im steinigen und felsigen Areal bei pH-Werten um 4,5 wachsen dort in Begleitung Echinocereus polyacanthus, Mammillaria senilis, Mammillaria longiflora und Agave spec. Die kleinen Köpfe der Mammillaria saboe subsp. roczekii sind ohne Blüten sehr schwer zu entdecken und nur ein Kriechen auf allen Vieren ermöglicht das sichere Auffinden dieser herrlichen Pflanzen. Hat man das Glück während der Blühphase anwesend zu sein, sind die Felsplatten von kleinen rosafarbenen Blüten nur so übersät und man glaubt auf einer frischen Blumenwiese zu stehen.

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Echinocereus weinbergii, Mexico, Zacatecas, El Arenal

Der bekannte und sehr beliebte Standort von Echinocereus weinbergii in Zacatecas nahe El Arenal ist ebenfalls so ein „gewisser“ Standort, an dem man nicht einfach vorbeifahren kann, sondern immer wieder einen Stopp einlegen muss. Landschaftlich ist die Region um den kleinen mexikanischen Ort nicht sehr attraktiv. Reizvoll ist viel mehr, dass man diesen Rübenwurzler auf flachhügeligen Wiesen suchen muss, dessen Körper kaum über die Grasnarbe hinaus ragen. Man teilt sich sein Fototerrain mit Ziegen und den dazugehörigen Aufpassern, meist Kinder, deren Gesichtsausdrücke von ängstlichen bis hin zu ungläubigen Blicken wechseln, wenn man auf Knien und mit der Kamera bewaffnet sich über das Gras vorwärts arbeitet. Durch die lange Blühphase von März bis April hat man fast immer Glück und erwischt das eine oder andere Exemplar in Blüte, manchmal sogar bis zu 6 geöffneten Blüten an einer Pflanze. Das relativ offene Gelände kann hier allerdings bei windigem Wetter zum Problem werden. Auch wenn dieser Echinocereus ebenerdig wächst, flattern die Blätter der zarten, in feinen Nuancen variierenden rosafarbenen Blüten beim kleinsten Windstoß.

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Echinocereus primolanatus, Mexico, Coahuila, Hipolito

Echinocereus primolanatus trägt seinen Namen aufgrund der nur im Jugendstadium vorhandenen weichen und haarigen Mitteldornen und ist deswegen in den Aussaatschalen unter anderen Echinocereen ein Juwel. Echinocereus primolanatus erreicht einen Durchmesser von bis zu 4 cm bei einer Höhe von etwa 15 cm. Die leicht gehöckerten bis zu 25 Rippen tragenden Pflanzen haben an den Areolen etwa 20 bis 28 Randdornen in einer für Echinocereus primolanatus typischen kammförmig angeordneten Bedornung. An den natürlichen Standorten fällt die an sich überwiegend weiße bis leicht bräunliche Bedornung in dem Farbenspiel der Umgebung kaum auf. Die Blüten erscheinen im April, sofern Feuchtigkeit und Klima ein Wachstum der Knospen begünstigen. Typisch sind Farbtöne von zartem bis kräftigem Rosa mit einem weißen und letztlich ins rote übergehenden Schlund. Das Verbreitungsgebiet umfasst mehrere bekannte Populationen. Das in Höhen um 1.150 Metern gelegene Areal bei Hipolito umfasst eine Artenvielfalt, die wir selten an anderen Standorten beobachten konnten. Besonders hervorzuheben sind die leicht alkalischen Böden mit Sedimentgestein aus vulkanischem Ursprung in dieser Region mit pH Werten um 8,0. Bezogen auf die klimatischen Verhältnisse, zählt Hipolito mit durchschnittlichen Niederschlagsmengen von ca. 200 mm pro Jahr, eher zu den trockeneren Gebieten in Coahuila. Die Durchschnittstemperaturen liegen bei etwa 20°C. Ein Ausflug dorthin ist jedem Liebhaber der Gattung Echinocereus, aber auch anderen Kakteenfreunden, allein wegen der vorherrschenden Artenvielfalt auf jeder Reise nach Coahuila nur zu empfehlen.

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