Archiv des Monats “Januar 2016

The Making Of: Bilder von Samenkörnern

Auf vielfachen Wunsch nachfolgend ein kurzes Making Of unserer Samenbilder.

Als Grundlage dient ein auf einem Stativ montiertes USB Mikroskop. Auf der Basisplatte  ist ein XYZ-Kreuztisch montiert, dessen Höhenverstellung an einen Schrittmotor angeschlossen ist. Mittels einer Steuerung lässt sich der Kreuztisch automatisch in festlegbaren Abständen und Zeitintervallen nach oben fahren.

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Das Startdisplay der Steuereinheit

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Mit der mitgelieferten Software des USB Mikroskops werden nun die einzelnen Schärfebereiche des Samenkorns automisch abgefahren und nach jedem Schritt des Stellmotors von der Steuerung der Befehl an die Software übergeben ein neues Bild aufzunehmen.

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Im Durchschnitt werden so automatisiert je nach Größe des Samenkorn zwischen 30 und 70 Einzelbilder aufgenommen. Nachfolgend die (verkleinerten) Originalbilder der ersten und letzten Aufnahme.

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Mit einer speziellen Stacking – Software werden nun die einzelnen Schärfebereich der Bilder zu einem neuen Bild mit hoher Schärfentiefe zusammengefügt. Nachfolgend das Ergebnis dieser Operation.

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Cactus and Succulent Journal

Artikel in Cactus and Succulent Journal, The Journal of the Cactus and Succulent Society of America, 2015, Volume 87, No. 6, Seite 247-253

A widespread species and its restricted endemic relative: preliminary taxonomic inferences for Echinocereus maritimus and Echinocereus maritimus subsp. hancockii
Autor: Peter B. Breslin

Substrat für Echinocereen

Wir haben zwar schon einmal über dieses Thema in einem früheren Post berichtet, trotzdem erhalten wir immer wieder Anfragen zu den verwendeten Materialien, insbesondere zu Kieselgur und Vermiculit.

An dieser Stelle herzlichen Dank an die Firma Kakteen Schwarz, die uns freundlicherweise die Erlaubnis zu Übernahme der Produktinformationen zu Vermiculit und Kieselgur gegeben hat. Natürlich können die beiden Substrate auch dort bezogen werden.

Seit dem ersten Post haben wir unsere Mischung erneut leicht angepasst und verwenden die nachfolgende Bestandteile:

50% Granitgrus mit leicht lehmigen Bestandteilen
25% Kieselgur in feiner Körnung
25% Vermiculit in feiner Körnung

Nachfolgend ergänzende Infos zu den Substatbestandteilen mit entsprechender Bilddokumentation.

Vermiculit

Vermiculit ist ein Aluminium-Eisen-Magnesium-Silikat aus der Gruppe der Glimmerminerale, entstanden aus unterseeischen Vulkaneruptionen. Dieser verwitterte Biotit besteht aus dünnsten aneinandergereihten Kristallplättchen, mit eingelagerten Wassermolekülen. Durch schockartiges Erhitzen auf 800 bis 1000 °C entweicht das Kristallwasser explosionsartig als Wasserdampf und treibt die einzelnen Schichten der Struktur auseinander. Durch dieses Verfahren werden die einzelnen Kristallschichten derart voneinander gelöst, daß sich die ursprünglich festen und flachen Kristalle zu langen wurmartigen Partikeln ausdehnen. Das Volumen vergrößert sich dabei auf das 20-fache. Der Name „Vermiculit“ ist aus dem lateinischen entliehen und benennt das Aussehen: Vermiculus: das Würmchen.

Vermiculit ist inert gegenüber organischen Lösungsmitteln und wird deshalb auch wegen seinem enorm großen Aufsaugvermögen als Bindemittel für aggressive Chemikalien und Lösungsmittel, im Transportwesen und Umweltschutz, verwendet. Weitere Einsatzbereiche sind durch seine Feuerbeständigkeit und Isolierwirkung der Industrieofenbau, Isolierung im Hochbau, Abdeckmassen in der Eisen- und Stahlindustrie, im Formenguß, sowie als Füllstoff in Kunststoffen, feuerhemmenden Anstrichen, Mörteln, Schmiermitteln, Holzfaserplatten und als Trägerstoff für Herbizide und Insektizide.

Bei Pflanzsubstraten hat Vermiculit eine lockernde Wirkung und verbessert die Durchlüftung und Wasserführung.

Das bei uns verwendete Material (Gesamtansicht und in 100-facher Vergrößerung)

2016_substrat_vermiculite_01 2016_substrat_vermiculite_02

Kieselgur

Bei gebrannter Kieselgur handelt es sich um ein Naturprodukt (gereinigte Diatomeenerde), umweltfreundlich, nicht toxisch, chemisch neutral, frei von Asbest, Schwermetallen und anderen Schadstoffen.

Eigenschaften als Pflanzsubstrat:

• hat einen leicht sauren pH-Wert 5,5 (Kieselgurpulver KG 0 pH-Wert 4,5)
• lagert Wasser und darin gelöste Nährstoffe an und gibt sie bei Bedarf wieder ab
• verhindert ein Versickern von Wasser und Nährstoffen (Drainage)
• verhindert ein Überwässern des Substrates
• vermindert durch die Feuchtigkeitsbindung Pilzbildung
• behält bei Feuchtigkeitseinwirkung und mechanischer Belastung seine Struktur
• lockert das Erdreich auf und durchlüftet selbst schwere Böden
• bringt Sauerstoff in die Erde und vermeidet so anaerobe Bedingungen
• stärkt das Wurzelwachstum und schafft gesündere und tiefere Wurzeln

Durchschnittsanalyse von gebranntem Kieselgur:
SiO2: 75,0 %,
Al2O3: 10,0 %,
Fe2O3: 6,0 %,
CaO: 2,0 %,
MgO: 1,0 %,
K2O + Na2O: 2,0 %,
Wassergehalt 0,5 – 3 %.
Saugfähigkeit (Wasseraufnahmefähigkeit) je nach Körnung: 75 – 180 %

Das bei uns verwendete Material (Gesamtansicht und in 50-facher Vergrößerung)

2016_substrat_kieselgur_01 2016_substrat_kieselgur_02

Granitgrus (Granitverwitterungsgestein)

Beschreibung aus Wikipedia: Als Verwitterungsgrus, Gesteinsgrus oder kurz Grus (niederdeutsch) bezeichnet man ein Gemisch verschiedener, eckig-kantiger, unregelmäßig geformter Mineral­körner, das durch den verwitterungsbedingten Zerfall massiger Gesteine mit körnigem Gefüge entsteht. Die Korngröße von Grus reicht von 0,2 bis 6,3 mm (Sand bis Feinkies). Der Zerfallsprozess wird als Abgrusung oder Vergrusung bezeichnet.

Vergrusung betrifft meist Granite und chemisch ähnliche plutonische und metamorphe Gesteine, d. h. Granodiorite, Diorite sowie aus diesen hervorgegangene Gneise. Ursächlich ist oft Temperaturverwitterung: Bei starken Temperaturschwankungen dehnen sich die verschiedenen Minerale auf Grund unterschiedlicher Wärmeausdehnungskoeffizienten nicht in gleichem Maße aus bzw. ziehen sich nicht in gleichem Maße zusammen, sodass sich die Verzahnung der Körner im Gesteinsgefüge allmählich lockert. Vergrusung kann aber auch durch Hydrolyse der Feldspäte und Glimmer erfolgen. Hierbei wird das Gefüge besonders durch die Umwandlung der Feldspäte in deutlich weichere Tonminerale geschwächt.

Das Material kann direkt in Sand- und Kiesgruben bezogen werden.

Das bei uns verwendete Material (Gesamtansicht und in 50-facher Vergrößerung)

2016_substrat_granitgrus_01 2016_substrat_granitgrus_02

Zum Schluß noch ein Bild unserer fertigen Mischung (in trockenem Zustand)

2016_substrat_fertig

 

20 Jahre Echinocereus Online

Am 13. November 1990 wurde die erste Webseite im World Wide Web vom britischen Physiker Tim Berners-Lee freigeschaltet. Nur etwas über 5 Jahre später gingen wir mit unserem Magazin „Echinocereus Online“ live, also vor genau 20 Jahren. Als monatlich erscheinendes eMagazin und erste Webseite über die Gattung Echinocereus überhaupt wurden damals schon in verschiedenen Rubriken wissenswerte Informationen zur Gattung Echinocereus zur Verfügung gestellt. Neben Pflanzen des Monats und Bilder von den natürlichen Standorten wurden ebenso Feldnummern, Literaturhinweise und verschiedene andere Themen präsentiert. Dieser Struktur sind wir im Grundsatz bis heute treu geblieben. Was einst ein monatliches Magazin war, ist heute ein Blog zur Gattung Echinocereus mit 13 verschiedenen Kategorien, derzeit über 800 Beiträgen und seit Mitte 2014 mit täglichen Posts, ohne einen Tag Pause. Auch technisch hat sich einiges getan: wurden 1996 die ersten Beiträge wurden noch „per Hand“ in HTML geschrieben, nutzen wir heute als Frontend ein zeitgemäßes und schlichtes Design mit allen erforderlichen Funktionalitäten im Backend einer modernen Redaktion. Natürlich ist Echinocereus Online auch für die Darstellung auf mobilen Geräten wie Handys und Tablets optimiert und ermöglicht so einen lesbaren Zugriff von unterwegs.

In Ergänzung haben wir seit 2014 unter der Domain www.echinocereus.net die elektronische Zeitschrift „Echinocereus in Habitat“ mit eigener ISSN Nummer ins Leben gerufen. Auch die Inhalte der Seiten www.pectinatus.de und www.mynatureworld.de werden laufend aktualisiert und weiter entwickelt.

Feiern Sie mit uns das 20-jährige Jubiläum von Echinocereus Online und nutzen Sie die großzügige Rabattaktion auf unsere Publikationen und Einzelpflanzen von bunt blühenden Formen von Echinocereus pectinatus. Hier geht es zum Shop.

Wir wünschen weiterhin viel Freude mit unseren Webseiten
Martina, Andreas & Alexander Ohr

Damals (1996) und Heute (2015) der gleichen Pflanze (Echinocereus pectinatus):

20-Jahre-1996 20-Jahre-2015